Immunglobulin gestützte Auswahl von Eliminationsdiäten bei Hunden mit Futtermittel induzierter Atopischer Dermatitis

Hintergrund

Jeder zehnte bis zwanzigste Hund leidet unter eine Allergie (Atopische Dermatitis). Zehn bis 30% davon sind durch Futterinhaltsstoffe ausgelöst (Futtermittelreaktion). Gold Standard zur Diagnose ist eine Ausschluss/Eliminationsdiät die nichts enthält worauf der Hund allergisch reagieren kann:

a) durch Futter mit neuen Inhaltsstoffen

b) durch hydrolisierte Futterbestandteile

Es ist jedoch nicht leicht hierfür die richtige Diät für jeden individuellen Hund auszusuchen. Durch eine Futtermittel Anamnese kann versucht werden die Inhaltstoffe zu denen bisher Kontakt bestand zu erruieren.

 

Schwierigkeiten dabei sind:

- Tiere die schon verschiedenste Futter erhalten haben (Trockenfutter, Dosenfutter, Leckerli, vom Tisch, auf Spaziergängen)

- nicht bekannte vorherige Fütterung (Vorbesitzer, aus dem Tierheim..)

- nicht alle Inhaltsstoffe werden auf Verpackungen angegeben

- bei der Herstellung kann es zu ungewollter Kontamination mit anderen Inhaltstoffen kommen

 

Ziel der Studie

Bluttests auf Futtermittel Immunglobulin E oder G können nicht zwischen:

- atopischen und nicht atopischen Hund unterscheiden

- atopischen Hunden mit Reaktion auf Futtermittel oder Umweltallergene unterscheiden

Neuere Studien weisen jedoch darauf hin dass diese Immunglobuline eventuell eher den vorherigen Kontakt zu verschiedenen Futterinhaltsstoffen nachweisen. Weiter dass man eventuell die Futtermittel für die keine Immunglobuline nachgewiesen werden konnten für eine Ausschlussdiät einsetzten kann.

In unserer Studie wollen wir an einer geeigneten Hundepopulation nachweisen ob dieses Vorgehen einer Futtermittel Anamnese überlegen ist.

Dies würde für Tierärzte, Tierbesitzer eine große Erleichterung bedeuten und die Diagnose von Futtermittelreaktionen vereinfachen.

Sind die auslösenden Futterinhaltsstoffe erkannt, kann eine Futtermittelreaktion nur durch die Vermeidung dieser, ohne Medikamente behandelt werden.

 

Sollten Sie Interesse an der Studie haben, würden wir freuen, wenn Sie den Kontakt zu uns aufnehmen

Lasertherapie beim eosinphilen Granulom Komplex der Katze

Hintergrund

Viele Katzen leiden unter den verschiedenen Ausprägungen des eosinophilen Granulom Komplexes.

Die Ätiologie dieses Reaktionsmusters der Haut von Katzen ist bis heute nicht vollständig geklärt. Meist wird von einer allergischen Genese ausgegangen. Es werden jedoch auch genetische, infektiöse und/oder psychogene Faktoren vermutet. Aufrechterhaltung der Entzündung (nach Abheilen der Grundursache) durch Selbsttrauma und Auto-Antigene wird diskutiert.

Die Standardtherapie, neben einer Allergieaufarbeitung, besteht zurzeit aus Glukokortikoiden.

 

Schwierigkeiten dabei sind:

  • - Ausschlussdiäten bei Katzen sind oft schwierig (Freigänger, Feinschmecker)
  • - Potentielle Nebenwirkungen wie Diabetes bei längerer Gabe von Glukokortikoiden, besonders bei Depotspritzen.
  • - Schwierigkeiten bei der Tablettengabe

Ziel der Studie

Die Lasertherapie wurde in einzelnen Fällen von eosinophilem Granulom schon sehr erfolgreich eingesetzt.

Ziel der Studie ist es, die Wirksamkeit der Lasertherapie im Vergleich zur Kortisontherapie in Bezug auf Abheilung, Rezidivrate, Nebenwirkungen und Lebensqualitätsgewinn für Tier und Besitzer zu erforschen.

 

Indolenter Ulkus der Lippe
Lineares Granulom der hinteren Oberschenkel

Potentielle Vorteile der Lasertherapie sind:

  • - steriles Wundbett (Vorteil bei infektiösen, neoplastischen Läsionen)
  • - Tiere erscheinen nach dem Lasern schmerz- und juckreizfrei
  • - Einmalige Behandlung, keine Tablettengabe
  • - Wenige Nebenwirkungen, da keine Dauertherapie

Die Aufnahme von Studienpatienten ist abgeschlossen, wir werten gerade die Ergebnisse aus und hoffen Ihnen diese bald präsentieren zu können.

Perianalfisteln

Trichuris-suis-Therapie bei Hunden mit Perianalfisteln

Perianalfisteln bei Hunden ist eine chronisch fortschreitende, entzündliche Erkrankung des Perianalbereiches, von der vor allem Deutsche Schäferhunde betroffen sind. Die Ursache der Erkrankung ist noch nicht vollständig geklärt. Sicherlich ist bei der Entstehung der Fisteln aber eine Fehlfunktion des Immunsystems beteiligt, da die erkrankten Tiere auf immunsupressive Therapieformen ansprechen.

 

In dieser Studie soll nun die immunmodulatorische Wirkung von Larven des Trichuris-suis-Wurmes (Schweinepeitschenwurm) auf den Verlauf der Heilung bei Perianalfisteln beim Hund erforscht werden. Nach bisherigen wissenschaftlichen Beobachtungen beim Menschen bewirkt die Anwesenheit des Trichuris-suis im Körper die Rückgewinnung der Balance des Immunsystems zwischen Abwehr und Toleranz und damit eine Verbesserung der klinischen Symptome.

 

Wir befinden uns momentan im Prozess der Publikation der Ergebnisse. Sobald die Publikation spruchreif ist werden wir Sie auch hier über die Ergebnisse informieren.

Ergebnisse

In die Studie wurden zwölf erkrankte Hunde aufgenommen. Die orale

Eingabe der 2500 TSE erfolgte alle zwei Wochen über einen Zeitraum von drei Monaten.

Leider war, trotz positver Ergebnisse bei einzelnen Hunden, weder eine Verbesserung der klinischen Läsionen noch der allgemeinen Lebensqualität der Hundewährend der Studie nachzuweisen. Auch eine signifikante Reduktion der bestehenden Medikation war nicht möglich. Der Vergleich der Anfangs-und Endblutproben brachte ebenfalls keine wesentlichen Unterschiede zu Tage.

Damit sprechen die Ergebnisse dieser Studie dafür, dass die Immunmodulation durch TSE bei Hunden mit Perianalfisteln keine erfolgsversprechende Therapieoption zusätzlich zu den bisherigen immunsuppressiven Medikamenten darstellt.

Hier können Sie die Dokotorarbeit Doktorarbeit lesen: https://edoc.ub.uni-muenchen.de/16602/1/Edhofer_Susanne.pdf

 

 

Sollten Sie Probleme mit der Diagnose oder Therapie von Hunden mit Perianalfisteln haben können Sie uns diese gerne überweisen. Kontakt